Vom Präsenzseminar zum Live Online Training: 6 praktische Tipps

Veröffentlicht am
©iStock/vladans

„Können Sie dieses Präsenz-Seminar bitte als Live Online Training im virtuellen Klassenraum durchführen?“

Wenn Sie für Training, Produktschulungen, PE oder eine Akademie verantwortlich sind: wie reagieren Sie?

Und was antworten Sie als Trainerin oder Trainer?

Viele unserer Kunden stehen genau vor dieser Herausforderung: ein bestehendes Präsenz-Training in Zukunft im Live Online-Format durchzuführen. Weiterhin von Mensch zu Mensch, mit direktem Austausch zwischen Trainer und Teilnehmenden. Aber eben nicht mehr mit allen Beteiligten am gleichen Ort, sondern im virtuellen Klassenraum.

Wie kann das gelingen? Worauf muss man achten? 

 

Typische Reflexe

Wenn es darum geht, ein Präsenzseminar in ein Live Online Training zu transformieren, erleben wir immer wieder ein paar typische Reflexe:

  • „Grundsätzlich eine gute Idee, aber dieses spezielle Thema funktioniert nur als Präsenz-Schulung.“

  • „Wie soll man denn die vielen Inhalte und Übungen virtuell hinkriegen?“

  • „Die Teilnehmer bleiben nicht am Ball.“

  • „Aber wir haben doch gar kein Tool!“

 

Und gleichzeitig unterstreichen Studien, was auf der Hand liegt: an Live Online Training kommt keiner vorbei. Die Gründe sind vielfältig: Manche wollen die Reichweite des Trainings erhöhen, ihre Zielgruppen schneller und flexibler erreichen, andere wollen Reisezeit und -kosten senken, wieder andere wollen die Digitalisierungs-Welle in der Trainingsbranche reiten, statt von ihr überrollt zu werden.

 

So unterschiedlich die Motivlagen, so einheitlich ist der Wunsch nach einer wirksamen Trainings-Lösung auf Basis des erfolgreichen Präsenztrainings. Aber wie kann das gelingen, worauf muss man achten?

 

Keine Limits – beste Startbedingungen

Eine gute Nachricht gleich zu Beginn: die allermeisten Trainingsinhalte können problemlos als Live Online Trainings im virtuellen Klassenraum durchgeführt werden. Und nicht nur Themen wie Compliance und Arbeitssicherheit. Solange die Teilnehmenden sich nicht gegenseitig anfassen oder Handgriffe an einer Maschine im Werk üben sollen, lassen sich viele Szenarien live online umsetzen. Gleiches gilt im Hinblick auf die Trainingsmethoden im virtual classroom: in professionellen virtuellen Klassenräumen können Live Online Trainer alle gängigen Trainings-Methoden realisieren.

 

Und damit kann der Blick direkt auf Ihre Lernziele gerichtet werden: was wollen Sie mit Ihrem Training erreichen? Zum Beispiel welches Verhalten sollen die Teilnehmer im Anschluss an das Programm zeigen?

 

1 Tag = 3 x 90 Minuten

Wenn Sie Ihr Training ins Live Online Format „übersetzen“, hat das Auswirkungen auf die Dauer Ihres Seminars. Nehmen wir einmal an, Ihr bisheriges Training füllt einen kompletten Tag. Das können dann – je nach zeitlichem Rahmen und Pausenlänge – zwischen sechs und sieben reine Trainingsstunden sein.

  • Nun könnten Sie diese bis zu sieben Stunden an einem Tag im virtuellen Klassenraum durchführen. Dies ist allerdings die schlechteste Nutzung des Live Online Formats. Die uns aber schon im Gespräch mit Unternehmen begegnet ist. Für die Teilnehmer ist es viel zu anstrengend, die positive Wirkung verpufft – bitte machen Sie das nicht!

  • Sie könnten auch sieben 1-stündige Live Online Module konzipieren und diese dann über mehrere Tage verteilt durchführen.

 

Unsere Empfehlungen:

 

1. Tipp: Überlegen Sie, in welche sinnvollen Einheiten sich Ihr Training gliedern lässt, so dass Sie Ihre Lernziele erreichen. Dieses Vorgehen wird als „Chunking“ bezeichnet.

 

2. Tipp: Durchdenken Sie, welche Sequenzen Ihres Trainings nur dann „funktionieren“, wenn der direkte Austausch mit anderen Teilnehmenden und / oder dem Trainer möglich ist. Und welche Abschnitte zum Beispiel jeder für sich erarbeiten kann („Selbststudium“).

 

3. Tipp: Nutzen Sie unsere Faustformel, nach der sich ein Tagestraining in zwei bis drei 90-minütige Live Online Module transformieren lässt. Je nachdem, wie hoch der Anteil des gleichzeitigen Lernens im virtuellen Klassenraum sein soll.

 

Dringend benötigt: Live Online Kompetenz

Als erfahrener Trainer wissen Sie, wie Sie Ihre Teilnehmer zu Beginn eines Trainings begeistern, wie Sie Mittagslöcher überwinden und am Ende des Seminars noch mal gezielt einen Höhepunkt setzen. Wenn die gleiche Zielgruppe Ihnen nun nicht mehr im Trainingsraum gegenüber sitzt sondern im virtuellen Klassenraum, funktionieren bewährte Vorgehensweisen nicht mehr. Sie brauchen eine neue Kompetenz, und zwar eine ausgefeilte Live Online Didaktik, um Ihre Lernziele zu erreichen. Ein konkretes Beispiel:

  • Bei einem Präsenztraining ist es durchaus üblich, dass der Trainer auch mal 10, vielleicht sogar 15 Minuten am Stück einen Sachverhalt erläutert und präsentiert. Guten Trainern gelingt es dabei, die Aufmerksamkeit der Teilnehmenden zu fesseln. Die Erfahrung im virtuellen Klassenraum zeigt, dass bereits Monologe von mehr als 4 Minuten dazu führen, dass Teilnehmer abschweifen, Mails checken, andere Programme öffnen, aufs Smartphone schauen etc.
  • Im Seminarhotel halten sich viele Teilnehmer an bestimmte „Benimm-Standards“, Höflichkeit und Etikette, sowie die Trainingsatmosphäre und ein gewisser Gruppendruck tragen dazu dabei, sich auch gegen einsetzende Langeweile zu beteiligen. Beim Live Online Training liegt die Hemmschwelle für Multi-Tasking dagegen deutlich niedriger. Wer nicht eingebunden ist und sich unbeobachtet fühlt, macht schnell etwas anderes.

 

4. Tipp: Entwickeln Sie Ihre Live Online Kompetenz. Machen Sie sich fit in Virtual Classroom Didaktik. Nur wer dies bei Konzeption und Durchführung von Live Online Trainings berücksichtigt, erreicht seine Trainingsziele.

 

Tool? Keep it simple!

Bei Live Online Trainings denken die meisten Trainer sofort an das dafür erforderliche Tool, den Virtual Classroom. Und das kann die Begeisterung für Live Online Training dann schnell ersticken. Denn welche Trainer beschäftigen sich schon gerne mit solchen Fragen:

  • Adobe Connect, GoToTraining, Webex, vitero: welcher virtual classroom passt am besten zu meinen Anforderungen?

  • Welche Funktionalitäten sind für mich aus Trainer-Perspektive besonders wichtig?

  • Woher weiß ich, welche Lizenz ich brauche?

  • Wie diskutiere ich das Vorgehen mit der IT-Abteilung?

 

Vielleicht muss es im ersten Schritt gar nicht so kompliziert sein:

 

5. Tipp: Die meisten Anbieter für Virtual Classrooms bieten Testlizenzen zu günstigen Konditionen an. Nutzen Sie diese Chance, wenn Sie nicht sofort in die Lizenz für ein solches Tool investieren wollen.

 

6. Tipp: Alternativ – und noch einfacher – können Sie das Training auch gemeinsam mit einem Partner wie virtuu durchführen. Auf diese Weise sammeln Sie wertvolle Erfahrungen in Ihrem Pilot-Projekt und nutzen dabei Know-How und Infrastruktur von virtuu. Und die Feedbacks aus der Pilotdurchführung – sowohl von Trainern als auch von den Teilnehmern – liefern Ihrem Unternehmen auch noch wichtige Informationen für die anstehende Tool-Entscheidung.

 

Fazit: Einfach machen!

Es gibt viele gute Gründe, Präsenzseminare in Live Online Trainings zu transformieren. Und mit den 6 Tipps aus diesem Beitrag erhöhen Sie die Aussicht auf eine Erfolgsgeschichte signifikant. Schaffen Sie sich eine Testumgebung, ein Umfeld, in dem Sie experimentieren und Ihr Live Online Training ausprobieren können. Nutzen Sie die Feedbacks für Ihren nächsten Prototypen und optimieren Sie Ihr Vorgehen kontinuierlich. Und seien Sie so Vorreiter für agiles Arbeiten im Trainingsumfeld!

 

 

Wenn Sie ein Präsenzseminar in ein Live Online Training transformieren und von der Expertise von virtuu profitieren wollen, sprechen Sie uns gerne an!