“Welches Virtual Classroom Tool empfehlen Sie eigentlich?”

mann fragt sich welches tool
©Per Dahl/Getty Images

Sturmtief Sabine, Coronavirus, steigende Gesamt-Stau-Dauer: es gibt gerade mal wieder zahlreiche akute Gründe für Live Online Training. Weitere Argumente für das Training im virtuellen Klassenraum sind Klima-Verträglichkeit, höhere Flexibilität für alle Beteiligten und die geringeren Kosten.

 

Logische Konsequenz: immer mehr Unternehmen beschäftigen sich mit der Umstellung von Präsenz- auf Live Online Trainings. Das wurde in vielen Gesprächen an unserem Stand auf der LEARNTEC und im Anschluss an den virtuu Vortrag deutlich. Und auch die Tool-Anbieter bestätigen diesen Trend und sehen eine positive Entwicklung in Richtung Webinare und Live Online Schulungen.

 

Eine Schlüsselfrage, die den meisten unter den Nägeln brennt: “Welches Virtual Classroom Tool empfehlen Sie eigentlich?”

 

Große Vielfalt – schwere Entscheidung

Adobe Connect, Alfaview, BlueJeans, GoTo, MS Teams, Skype for Business, vitero, Webex, Yulinc, zoom: es gibt viele unterschiedliche Tools, mit denen in Unternehmen Live Online Trainings durchgeführt werden. Die Bandbreite ist sehr groß, und jede Anwendung hat ihre Vorteile. Für die Teilnehmenden und für die Trainer sind die Unterschiede deutlich spürbar. Funktionen, Usability, Optik variieren stark.

 

Fakt ist: nicht jedes Tool ist für die Durchführung von Live Online Trainings entwickelt worden. Aber wofür soll man sich nun entscheiden?

 

Tool-übergreifend gültige Prinzipien

 

Wir von virtuu arbeiten ja in dem Tool, das der Kunde nutzen will. Das bedeutet: Wenn ein Kunde in seinem Virtual Classroom ein Live Online Training zum Thema Führung auf Distanz oder zu effektiven Online Meetings haben will, führen wir es dort durch. Oder wenn unser Auftrag darin besteht, die Trainer, Referenten oder Subject Matter Experts eines Kunden fit für Live Online Training zu machen, nutzen wir dafür auch das vorhandene Tool. Denn bei all der Unterschiedlichkeit gibt es natürlich ein paar Prinzipien, die bei Live Online Trainings immer relevant sind.

 

Eine Verbindung aufbauen zwischen Trainer und Teilnehmenden und ermöglichen, dass die Teilnehmenden untereinander in Kontakt kommen, ist zum Beispiel ein sehr wichtiger Aspekt. Außerdem spielen die Interaktionen, der unmittelbare Austausch, in Live Online Trainings eine wichtige Rolle. Beides lässt sich in den allermeisten Tools realisieren.

 

Dass virtuu unabhängig von einem einzigen Tool ist und wir keine Virtual Classrooms verkaufen, ermöglicht uns einen guten Überblick über den Markt. Und daher unterstützen wir unsere Kunden auch gerne bei der Suche nach dem „richtigen“ Tool. Dabei gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen.

 

Pragmatische Lösung: nehmen, was da ist

 

„Wir machen unsere Webinare für interne Produktschulungen in Skype for Business.“

 

Was bei ausgebildeten Live Online Trainern zunächst einmal für Verwunderung sorgt, ist bei vielen Organisationen an der Tagesordnung. In den meisten Unternehmen gibt es Tools, mit denen Online-Meetings durchgeführt werden. Also Besprechungen von Personen, die sich nicht am gleichen Ort befinden. Skype for Business, MS Teams, GoToMeeting und wie sie alle heißen. Dies sind keine Virtual Classrooms. Aber diese Meeting-Tools bringen eine Reihe von Vorteilen mit:

  • Sie sind im Unternehmen bekannt, d.h. wenn die Zielgruppe auch aus dem eigenen Unternehmen kommt, können die Teilnehmenden das Tool mit hoher Wahrscheinlichkeit bedienen.
  • Sie sind von der IT-Abteilung genehmigt und werden offiziell unterstützt. Ganz wichtig, falls es doch einmal Probleme geben sollte.
  • Und das ist oft eine hilfreiche Voraussetzung, dass auch der Betriebsrat einverstanden ist.

 

 

Aus unserer Erfahrung ist es definitiv möglich, Meeting-Tools zur Online-Qualifizierung zu nutzen: Mit einer guten Live Online Didaktik schaffen es qualifizierte Trainer auch hier, wirksame Live Online Trainings durchzuführen. Wenn das Training langweilig und monoton ist, liegt es also nicht (nur) am Tool, sondern an Konzeption und Durchführung.

 

Suppe mit der Gabel essen

 

Gleichzeitig wollen wir mit einem Vergleich auf die Herausforderungen hinweisen: Es ist möglich, Suppe mit einer Gabel zu essen. Warum sollte man das tun? Vielleicht ist gerade nur eine Gabel verfügbar. Oder der Aufwand ist zu groß, passendes Besteck zu holen. Das Ganze ist natürlich etwas umständlich, braucht Übung und Geschick, dauert länger, sieht nicht so elegant aus. Aber irgendwie funktioniert es dann doch. Die Gabel wurde nun mal nicht dafür entwickelt, Suppe zu essen.

 

Die gute Nachricht: es gibt ein Tool, mit dem man hervorragend Suppe essen kann: den Löffel!

 

Was bedeutet das für Online-Meeting-Tools im Vergleich zu einem echten virtuellen Klassenzimmer? Sie unterscheiden sich in der Regel durch die Funktionen, mit denen Interaktion zwischen Trainer und Teilnehmern aber auch zwischen den Teilnehmenden ermöglicht wird. Als Präsenztrainer will man normalerweise auch im Virtual Classroom mit Übungen und vielfältigem Austausch arbeiten. Unterschiedliche Umfragen, virtuelle Gesten, Whiteboards, Chats, Austausch und Übungen in Kleingruppen und die Kamerabilder aller Teilnehmenden sind Elemente, die für effektive Live Online Trainings unentbehrlich sind. Aus diesem Grund entscheiden sich immer mehr Unternehmen für eine alternative Vorgehensweise.

 

Strategisch – professionell – ganzheitlich: Das passende Tool finden

 

Stellen wir uns folgendes Szenario vor: Die Entscheidung für Live Online Training als Erweiterung der vorhandenen Lernformate ist bereits gefallen. Die vielfältigen Anwendungsfälle des Projektteams klingen vielversprechend – die Erwartungen an den Mehrwert des Virtual Classrooms sind hoch. Aber welcher soll es denn sein?

 

Eine Anforderungsanalyse ist der erste Schritt, den wir an dieser Stelle empfehlen. Wie sehen die Use Cases denn konkret aus? Was wollen Sie erreichen in Ihren Live Online Trainings? Mit welchen Zielgruppen? An dieser Stelle wird immer wieder deutlich, dass es bei den Projektbeteiligten kein einheitliches Verständnis davon gibt, was eigentlich wirksame und inspirierende Live Online Trainings sind. Weil alle bisher nur Erfahrungen mit diesen einseitigen und recht langweiligen Online-Präsentationen gemacht haben. Hier sollten alle auf den gleichen Wissens- und Erfahrungsstand gebracht werden, indem sie z.B. mal gemeinsam an einem professionellen Live Online Training teilnehmen.

 

Die Liste Ihrer Anforderungen könnte z.B. die folgenden Punkte umfassen:

  • Audio & Webcam für bis zu 15 Teilnehmende
  • Filesharing: PPT, mp3, mp4
  • Chat
  • Umfragen mit bis zu 10 Antwortoptionen; eine oder mehrere Antworten können ausgewählt werden
  • Whiteboards
  • Virtuelle Gesten
  • Arbeitsgruppen-Räume für bis zu 5 Gruppen
  • Persistente Räume, weil Sie mit der gleichen Gruppe einen Raum mehrfach nutzen wollen

 

Sobald Ihre Anforderungen feststehen, treffen Sie eine erste Auswahl möglicher Anbieter. Viele stellen Ihnen kostenlose Testversionen zur Verfügung. Die Trainer sollten in diesen Prozess unbedingt einbezogen werden. Das passiert nicht immer. Aber sie sind am Ende für die Qualität der Durchführung verantwortlich. Daher sollten sie bewerten, wie sehr das Tool ihnen dabei hilft, sich auf die Inhalte und Teilnehmenden zu fokussieren. Oder ob sie zu viel Aufmerksamkeit auf das Tool richten müssen.

 

Für die Diskussion mit IT-Abteilung und Betriebsrat sind klare Standpunkte erforderlich, aus denen Relevanz und Mehrwert für das Unternehmen deutlich erkennbar sind.

 

Wir beraten Sie gerne aus didaktischer Sicht bei der Auswahl Ihres virtuellen Klassenraums.

 

Viel Erfolg bei der Einführung von Live Online Training in Ihrem Unternehmen!