Tipps für effektive Meetings in hybriden Teams

Effektive Meetings in hybriden Teams
© istock.com/Andrey Popov

„Endlich können wir uns wieder im Büro treffen“ – das berichten uns gerade freudig viele Führungskräfte in unseren Workshops zum Führen von hybriden Teams.

Und gleichzeitig fragen sie sich, wie sie in Zukunft Besprechungen am besten organisieren sollen. Es werden ja vermutlich nur selten alle gleichzeitig im Büro sein.

 

Lesen Sie Tipps dafür, wie Sie Meetings in hybriden Teams effektiv ausgestalten.

 

Die hybride Realität

Nach Monaten der oft einsamen Arbeit im Homeoffice kommen viele gerne wieder ins Büro, um dort KollegInnen zu treffen und soziale Kontakte zu pflegen. Aber die meisten schätzen auch die Möglichkeit, weiterhin tageweise flexibel von zu Hause aus zu arbeiten, ohne Anreise und mit relativ freier Zeiteinteilung.

 

Sehr wahrscheinlich wird es also kaum Tage geben, an denen alle gleichzeitig vor Ort sind – außer man macht dafür klare Vorgaben. Aber auch dann gelten noch Abstandsregelungen, und die Zahl großer Meetingräume ist begrenzt.

Wie soll man das mit den Besprechungen also am besten machen?

 

Die drei Optionen

Grundsätzlich gibt es drei Optionen für Meetings in hybriden Teams:

  1. Präsenz-Meeting: Alle kommen zur gleichen Zeit im Büro in Besprechungsräumen zusammen.
  2. Online-Meeting: Alle treffen sich virtuell im Online-Besprechungsraum.
  3. Hybrides Meeting: Einige Teilnehmende sind vor Ort im Meetingraum, andere schalten sich online dazu und sind via Bildschirm sichtbar und hörbar.

 

Aktuell beobachten wir, dass viele die hybriden Meetings automatisch für die beste Lösung für hybride Teams halten. Doch ist das wirklich so?

 

Herausforderungen bei hybriden Meetings

Sie haben es wahrscheinlich auch selbst schon erlebt: Hybride Meetings sind gar nicht so einfach zu moderieren:

Die im Raum sind engagiert, diskutieren untereinander, verständigen sich auch non-verbal und machen gerne mal eine witzige Bemerkung. Die anderen „da draußen“ bekommen oft nicht alles mit und tun sich schwer, auch mal zu Wort zu kommen. Als BesprechungsleiterIn muss man da sehr konsequent und straff steuern, um alle gleichberechtigt zu beteiligen.

 

Und es braucht natürlich eine passende Möblierung und Technikausstattung des Meetingraums: Eine Tischanordnung, die eine gute Sicht auf alle Teilnehmende ermöglicht. Eine Kamera, die alle im Raum erfassen kann und im Idealfall auf die sprechende Person zoomt. Ein Audiosystem, das jeden gut zu hören sein lässt. Ein großer Bildschirm, über den alle remote Zugeschalteten gut zu sehen sind. Das kann ganz schön teuer werden.

 

Aber sogar, wenn alle diese Infrastruktur-Voraussetzungen gegeben sind, bleibt die Moderation dieser gemischten Meetings eine extrem schwierige Aufgabe, die viel Übung und Disziplin erfordert. Das ist sicher nicht jedermanns Sache.

 

Deshalb sollten Sie genau überlegen, wann Sie diese Form der Besprechung tatsächlich einsetzen wollen.

 

Welche Art von Meeting wann?

Die absolut gelungene hybride Besprechung, die alle Teilnehmenden begeistert hat?

Ich habe noch keinen getroffen, der so etwas erlebt hat. Egal, wie gut sie moderiert wird: Es bleibt immer bei einer Zweiklassengesellschaft beziehungsweise bei unterschiedlicher Augenhöhe zwischen denen „drinnen“ und denen „draußen“.

 

Deshalb empfehlen wir, hybride Meetings so weit wie möglich zu vermeiden!

 

Machen Sie stattdessen

  • ein Präsenz-Meeting, wenn Sie strategische oder kreative Fragen intensiv diskutieren wollen oder es Ihnen insbesondere auf Teambildung und Beziehungspflege ankommt.
  • ein Online-Meeting, wenn es um Fachdiskussionen oder Know How-Vermittlung geht oder im Jour Fixe grundlegende Informationen ausgetauscht werden sollen.

 

Trotzdem: Praxistipps für hybride Meetings

Aber falls es gar nicht anders geht, hier noch einige Anregungen dafür, wie Sie auch hybride Besprechungen effektiv gestalten können:

  • Lassen Sie die Personen, die sich im Büro befinden, ihre Laptops oder Tablets mit in den Besprechungsraum bringen.
  • Stellen Sie Augenhöhe dann dadurch her, dass sich alle BesprechungsteilnehmerInnen in einen gemeinsamen Online-Besprechungsraum einwählen und dort mit den Tools arbeiten, die effektiven Austausch erlauben: Chat, gemeinsames Whiteboard, Umfragen, virtuelle Gesten, Online Präsentationen, Screensharing etc.
  • Alle nutzen die Kameras ihrer individuellen Geräte und sind damit alle gleich gut im Videobereich des virtuellen Raums zu sehen.
  • Im physischen Besprechungsraum im Büro sind dann als technische Ausstattung nur sehr gute Tischmikrofone erforderlich. (Über die individuellen Geräte würden akustische Rückkoppelungen entstehen).
  • Vermeiden Sie im physischen Besprechungsraum Raschelgeräusche oder das laute Abstellen von Gläsern, Tassen etc. auf dem Tisch, da dies über die Tischmikrofone extrem verstärkt wiedergegeben wird.
  • Etablieren Sie klare Spielregeln für die Moderation und Diskussion. Unterscheiden Sie dabei auch zwischen den Verhaltensregeln für die Teilnehmenden im physischen Raum und denen für die Remote-Teilnehmenden.
  • Versuchen Sie (als BesprechungsleiterIn) die Meetings abwechselnd aus dem Büro und von Remote aus zu moderieren: Das schärft Ihren Blick für die unterschiedlichen Perspektiven!

 

 

Mehr Praxistipps zum Mindset, Skillset und Toolset für erfolgreiches Führen verteilter Teams in unseren Trainings zu „Hybride Teams führen“.