Das Team auch auf Distanz zusammenhalten

Zusammenarbeit auf Distanz
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In den letzten Wochen haben viele Teams Erstaunliches geleistet und den Umgang mit der Arbeit aus dem Homeoffice gemeistert. Nun treten allmählich Ermüdungserscheinungen ein:

„Wann werden wir endlich wieder normal arbeiten?“„Die Zusammenarbeit klappt erstaunlich gut, aber das Informelle bleibt doch auf der Strecke“„Mir fehlt schon der persönliche Kontakt“.

 

Doch die Realität in vielen Organisationen ist, dass es auch ab Herbst nicht einfach so sein wird wie vor der Krise. Zumindest Teile der Teams werden weiterhin von zu Hause aus arbeiten. 

 

Deshalb müssen Führungskräfte nun überlegen, wie sie in dieser „neuen Art von Normalität“ ihre Teams auch auf Distanz effektiv zusammenhalten. Worauf kommt es dabei an?

 

Die neue Realität

„Ungewohnt – aber eigentlich funktioniert es ganz gut.“ Das hören wir in den letzten zwei bis drei Wochen oft von den Teilnehmenden in unseren Workshops zum „Führen auf Distanz“.

 

Es war wirklich spannend zu sehen, wie schnell sich die meisten an die neuen Formen des Arbeitens aus dem Homeoffice heraus gewöhnt haben und sich die wichtigsten Grundlagen dafür angeeignet haben. Natürlich war vieles „Versuch und Irrtum“ – aber genau aus diesem agilen Vorgehen heraus konnte sich der Großteil der Teams in kürzester Zeit eine solide Basis für die neue Art der Zusammenarbeit schaffen.

 

Nun zeigen sich die Schwächen von früher noch deutlicher

Wer schon vor der Krise exzellent darin war, gute Beziehungen mit seinen Teammitgliedern zu pflegen und gleichzeitig alle produktiv zu halten, kommt auch in dieser Ausnahmesituation einigermaßen gut zurecht.

 

Aber alle, die vorher noch eher hierarchisch und mit Command & Control geführt haben, kämpfen unter diesen veränderten Umständen ganz besonders mit ihrem Führungsverständnis. Und wer bisher keine klaren Prozesse & Systeme für die Zusammenarbeit etabliert hat, muss nun dringend daran arbeiten.

 

Die „Schnell-Digitalisierung“, die durch die Pandemie-Krise ausgelöst wurde, hat die geringe digitale Führungskompetenz vieler Manager*innen schonungslos an die Oberfläche gebracht.

 

Den neuen Schwung nutzen!

Wir gehen davon aus, dass auch nach der Sommerpause nicht alle so wie früher im Büro zusammensitzen werden. Sicherlich wird es noch längere Zeit Einschränkungen bei physischer Nähe geben und die Menschen werden zwischen zu Hause und Office rotieren. Vielleicht kommt es sogar zu einer zweiten Welle mit Lockdown.

 

Deshalb ist genau JETZT die Zeit dafür, das bisher Erreichte abzusichern! Die Führungskräfte sollten entweder untereinander oder zusammen mit ihrem Team reflektieren, was sie in den zurückliegenden drei Monaten gelernt haben – und wobei sie noch besser werden wollen.

 

Uns begegnen dabei in den Diskussionen vor allem zwei Themen, die nun besonders wichtig werden:

 

 

Persönliche Kommunikation auf Distanz

 

Leider beschränken sich viele immer noch auf Online Calls ohne Video und ohne Zeit für Small Talk. In manchen Unternehmen wird es sogar von „ganz oben“ vorgegeben, doch bitte die Kameras nicht anzuschalten, um Bandbreite zu sparen.

 

Aber so kann man es nicht schaffen, von Mensch zu Mensch, von Angesicht zu Angesicht zu kommunizieren! Und über Mimik und Gestik die individuelle Befindlichkeit mitzubekommen.

 

Einer der größten Aha-Effekte in unseren Trainings entsteht, wenn die Teilnehmenden am eigenen Beispiel erleben, welchen Unterschied es für das Teamgefühl macht, sich gegenseitig zu sehen und sich auch über persönliche Themen zu unterhalten.

 

Schalten Sie Ihre Webcam zumindest am Anfang und am Ende von Besprechungen ein! Lachen Sie miteinander – und klatschen Sie, wenn jemand etwas gut gemacht hat! Dafür sind die neuen Videocall-Systeme gebaut worden!

 

 

Prozesse & Systeme als das A und O der effektiven Zusammenarbeit auf Distanz

 

In unseren Trainings fragen wir die Teilnehmenden immer, wie sie eigentlich sicherstellen, dass alle jederzeit wissen, was sie zu tun haben und wo das Team bezüglich seiner Ziele steht.

 

Es ist manchmal ziemlich erschütternd zu sehen, dass Teams dafür keine systematischen Lösungen haben, weder im Büro noch im Homeoffice. Oft ist die Antwort nur: „Wir gehen halt in unseren Meetings durch den Status von jedem.“

 

Und die Zeit zwischen Meetings? Gleicht oft einem Blindflug. Das ist ganz schön stressig! Stressig für die Führungskraft, die zittern muss, ob sie am Ende wohl die gewünschten Ergebnisse abliefern kann. Und stressig für die Teammitglieder, denen klare Zielvorgaben und Messgrößen fehlen und die sich deshalb immer fragen, ob sie noch auf dem richtigen Weg sind und die Erwartungen erfüllen. Gerade beim Arbeiten aus dem Homeoffice ohne direkten persönlichen Kontakt mit der / dem Vorgesetzten kann das zu massiver Verunsicherung führen.

 

Effektive Zusammenarbeit auf Distanz erfordert, dass man im Team klar vereinbart,

  • wer was bis wann macht
  • in welchen Systemen oder Dokumenten diese Aufgaben und der Status dazu festgehalten werden – und zwar so, dass alle das jederzeit sehen können
  • wer dafür verantwortlich ist, den Status regelmäßig upzudaten (am besten macht das jeder selbst)
  • wann und wie Probleme rechtzeitig eskaliert werden.

 

Gemeinsame Absprachen zu Prozessen und den dafür zu nutzenden Systemen sind absolut entscheidend für eine produktive und effiziente Teamarbeit! Tools wie z.B. MS TEAMS sind in vielen Unternehmen schon längst vorhanden – sie müssen einfach nur systematisch und klug genutzt werden.

 

Klar, das gilt nicht nur für die Zusammenarbeit auf Distanz, sondern auch für die Teamarbeit im Büro. Aber wenn alle über verschiedene Standorte verteilt sitzen, bekommt diese Grundlage für die Kollaboration eine immens wichtige Bedeutung!

 

 

Die neue Normalität optimal nutzen

 

Auch wenn viele diesen Begriff nicht mögen: Die jetzige Situation wird uns noch länger begleiten und zur neuen Normalität werden. Ein Zurück zu den alten Gewohnheiten wird es wohl kaum mehr geben.

Wer aus dieser Krise gestärkt hervorgehen will, muss nun die Führungskräfte dazu befähigen, effektiv mit der Technologie auf Distanz zu führen und zu arbeiten! Professionelles Leadership Development setzt genau daran!

 

 

 

Lesen Sie mehr zu unserem Workshop-Programm „Führen in der neuen Normalität“  oder kommen Sie gerne in unser Webinar: “Führen auf Distanz – So trainiert man das heute!”.